Barbara G., Tischlerin

Alter bei Ausbildungsabschluss 26 Jahre
Region Pinzgau

FiT Ausbildung Tischlerin
Ausbildungsstätte/Firma Möbel Scheiber

Aktuelle Position/Tätigkeit Gesellin Werkstatt /Montage

Warum hast du dich für diese Ausbildung entschieden?

Mir hat es immer schon Spaß gemacht mit Holz zu arbeiten. Nachdem es mir in meiner alten Firma nicht mehr gefallen hat, habe ich mir überlegt, mich neu zu orientieren und bin dann auf Tischlerin gekommen. Ich habe mir gedacht, es ist schön, mit den Händen zu arbeiten und am Ende des Tages zu sehen, was ich gemacht habe.

Was waren die Reaktionen deines Umfeldes auf diesen Ausbildungsweg?

Die waren eigentlich alle weitestgehend positiv, am Anfang waren sie überrascht, weil es doch ganz etwas anderes war. Auch weil es ein Männerberuf war, waren manche zuerst skeptisch. Sie haben dann aber gesehen, dass es mir Spaß macht und das Richtige für mich ist.

Was hat dir diese Ausbildung gebracht?

Eine berufliche Veränderung weg vom Kaufmännischen hin zum Handwerk. Die neue Arbeit finde ich toll. Privat profitiere ich von dieser Ausbildung natürlich auch und kann mir einfach gut helfen. Auch wenn bei Freunden etwas zu tun ist, helfe ich aus. Am Anfang waren die männlichen Freunde sich nicht sicher, ob es so gut ist, mich zu fragen, aber das hat sich gelegt…

Was war für dich die größte Herausforderung?

Von Null an alles zu lernen. Jeden Tag gab es Dinge, die ich noch nie gehört oder gemacht hatte, die ich alle wieder lernen musste. Ich habe gedacht, ich hätte das Lernen hinter mir und auf einmal fängst du wieder neu an. Auch in der Berufsschule waren alle jünger und ich habe mir gedacht, „Was mach ich hier?“. Das hat sich aber schnell gelegt, weil man einfach sofort sieht, wofür man die Materialkunde usw. braucht. Es gab Tage, an denen es mir sehr mühselig erschien, an anderen war es mir wiederum egal und ich war froh und glücklich, wieder etwas gelernt zu haben.

Wer bzw. was hat dir geholfen, dein Ziel zu erreichen?

Ich war selbst so motiviert, die Ausbildung durchzuziehen und mit der Gesellenprüfung abzuschließen. Sie machte ja auch Spaß. Habe einfach gespürt, dass es das Richtige für mich ist. Ich war lange im Büro und das habe ich als viel anstrengender empfunden als die körperliche Arbeit.

Was war dein größtes Erfolgserlebnis?

Der positive Abschluss der Gesellenprüfung, das war wirklich etwas Besonderes. Ich bin auch froh, diesen Betrieb gefunden zu haben und Kontakt zu euch gehabt zu haben. Das hat gut geholfen.

Was möchtest du anderen FiT-Teilnehmerinnen aus deinem Erfahrungsschatz mit auf den Weg geben?

Sich nicht von irgendjemand anderen verunsichern lassen, jeden Tag wissbegierig sein und viel fragen. Fragen kostet nichts und oft erfährt man so viel mehr. Auch mal etwas runterschlucken und die Zähne zusammenbeißen – aber sich auch nicht alles gefallen lassen. Das ist gar nicht so leicht, überhaupt als Frau, weil man gelernt hat, keine Schwierigkeiten zu machen. Man muss einfach dran bleiben.

Was ist dir sonst noch wichtig zu sagen?

Danke für die Möglichkeit und Unterstützung immer wieder, bin sehr froh, dass ich mich getraut habe.