Veronika G., Facharbeiterin Gartenbau

Alter bei Ausbildungsabschluss 25Jahre
Region Flachgau

FiT Ausbildung Lehrabschluss Facharbeiterin Gartenbau (über Aqua)
Ausbildungsstätte/Arbeitgeber Gartencenter Posch

Aktuelle Position Facharbeiterin Gartenbau

Warum hast du dich für diese Ausbildung entschieden?

Ich habe mich immer schon für den Umgang mit Pflanzen begeistert, wusste aber nicht, wie umfangreich das ist. Und als ich so auf der Suche nach einem passenden Beruf war, hat meine Taufpatin gemeint, dass das Gärtnern was für mich wäre. Ich habe vorher auch noch wegen Tischlerei überlegt, aber das ganz Genaue und das Sägen ist nicht so meins. Dann habe ich in der Basisqualifizierung ein Praktikum beim Gartencenter Posch gemacht, das mir gut gefallen hat. Und am letzten Tag gab es dann ein positives Gespräch mit dem Chef.

Was machst du in deiner Arbeit genau?

Ich bediene die Kund/innen, versorge die Pflanzen, gieße und pflege sie, kassiere und rechne ab, verräume und etikettiere die Pflanzen. Wir machen auch konkrete Vorschläge für Bepflanzungen, vom Grab bis zu einer ganzen Heckenfront. Bei der Gartengestaltung suchen wir die Pflanzen nach Standort und Verwendungszweck aus, beraten und geben Tipps zur Pflege und zum Schnitt. Und natürlich sind wir hier im Betrieb auch zuständig fürs Eintopfen und Aufziehen von Jungpflanzen. Im Frühjahr mag ich das Pikieren, d. h. Auseinandersetzen in verschiedene Töpfe, besonders gern. Ich finde die kleinen Pflanzen faszinierend.

Was waren die Reaktionen deines Umfeldes auf diesen Ausbildungsweg?

Durchwegs positiv. Anfangs war ich selbst noch etwas unsicher, weil ich ja in einem früheren Ausbildungsbetrieb für Pferdewirtschaft sehr schlechte Erfahrungen gemacht hatte. Aber hier passt es, das Klima ist gut, mit den Kolleginnen und Kollegen arbeite ich gut zusammen.

Was hat dir diese Ausbildung gebracht?

Viel Wissen, eine gute Zukunftsperspektive, einen fixen Beruf, der mir Freude macht. Meine früheren negativen Erfahrungen haben mich dazu bewogen, jetzt wirklich etwas zu machen, das mir liegt und an dem ich Spaß habe. Und auf die Arbeitsbedingungen und das Klima zu schauen. All das passt jetzt. Und ich habe viele nette Leute kennen gelernt, auch in der Berufsschule.

Was war für dich die größte Herausforderung?

Ich wurde ins kalte Wasser geschmissen. Bei den ersten Kund/innen habe ich mir gedacht: Bitte frag etwas, das ich weiß. Aber inzwischen habe ich mein Wissen sehr erweitert, zum Beispiel durch unsere Rosenexpertin im Haus. Das Lernen der botanischen Namen war nicht einfach, der Stoff war sehr umfangreich und ich musste überhaupt erst wieder ins Lernen hineinkommen.

Und ich musste im Verkauf natürlich offener auf Leute zugehen. Aber jetzt habe ich mehr Wissen und Erfahrung. Jetzt kümmere ich mich um Lehrlinge, habe das Sagen, wenn der Chef nicht da ist. Weil sie mir vertrauen und wissen, dass es funktioniert. Heuer habe ich viel Lob bekommen. Der Chef hat mich gefragt, ob ich nicht die Meisterprüfung oder einen zweiten Lehrabschluss als Landschaftsgärtnerin auch noch machen will.

Wer bzw. was hat dir geholfen, dein Ziel zu erreichen?

Die Kolleginnen und Kollegen, die Chefs, alle in der Firma. Eine Kollegin hat mir anfangs immer die Pflanzennamen aufgeschrieben, damit ich sie mir leichter merke. Der Austausch untereinander, der Ansporn durch die Lehrlinge in der Berufsschule und durch meine Mutter und die Freundinnen und Freunde, all das hat mich motiviert. Und für mich war es selbstverständlich, dass ich das fertig mache. Ich habe einen gewissen Ehrgeiz. Außerdem half mir das Wissen, dass ich schon Schlimmeres überstanden hatte und dass ich das zehn Mal schaffen würde.

Was war dein größtes Erfolgserlebnis?

Als ich die letzte Prüfung und die Fachaufgabe geschafft hatte. Mein früherer Chef hat immer gesagt: „Wenn man einmal davonrennt, bringt man nie etwas zu Ende.“ Jetzt habe ich den Beweis, dass das nicht stimmt.

Was möchtest du anderen FiT- Teilnehmerinnen mit auf den Weg geben?

Wenn du dich für etwas interessierst, probiere es einfach aus! Facharbeiterin Gartenbau ist ein harter Beruf, man muss schwer heben, in der prallen Sonne stehen. Im Glashaus kann es schon bis zu 40 Grad heiß werden, da braucht man einen stabilen Kreislauf. Und wetterfest muss man sein. Aber es ist ein sehr schöner Beruf.