Was bleiben soll

Kennzeichen einer Krise ist, dass wir mit etwas konfrontiert werden, wozu unsere bisherige Erfahrung nicht lösungstauglich ist. Wir wissen nicht, wann die Krise endet. Es gilt, eine neue Haltung zu entwickeln, um bestmöglich damit umzugehen.

In Zeiten von großer Veränderung ist es wichtig, dass manche alte Gewohnheiten und vertraute Beziehungen aufrecht bleiben. So bleiben wir mit der Vergangenheit verbunden und schaffen Sicherheit. Wir können uns in Zeiten der erzwungenen Veränderung nicht völlig neu erfinden. Das, was unseren Selbstwert stabilisiert, ist nun gefordert, sich bewusst im Leben danach auszurichten.

Die Natur hält sich nicht an die Ausgangsbeschränkung und die Vögel kennen keine geschlossenen Grenzen. Was uns trotz der aufgezwungenen Isolation möglich ist: dass wir den Frühling mit allen Sinnen wahrnehmen, die Gerüche und Geräusche, die Farben und Temperaturen bewusst erleben. In diesen kurzen Augenblicken sind wir verbunden mit allem und vergessen für Augenblicke den Schatten der Krise. Manche erwarten sich vielleicht nun große Lösungsideen, aber fangen wir mit den kleinen Schritten an. Diese sind möglich und machbar, sie brauchen Bewusstheit. Wer diese Schritte wirklich macht, wird die Kraft aus solch kleinen Übungen spüren.

Nichts macht uns Leben gesünder und erfolgreicher, als gelingende Beziehungen. Gerade in Zeiten der Einschränkung können und sollen wir uns bewusst machen, wie wir diese aufrecht erhalten können. Vieles ist nur virtuell möglich, aber das, was möglich ist, können wir tun. Vielleicht schreiben Sie den längst fälligen Brief, vielleicht sagen Sie einem Menschen, was und wie viel er Ihnen bedeutet. Dankbarkeit zu spüren macht uns stärker, diese auch auszudrücken ist etwas, das noch mehr stärkt.

Wenn Sie sich einmal überlegen, wem Sie dankbar sind, die/der das noch nicht weiß, dann ist gerade jetzt die Zeit, damit anzufangen danke zu sagen. Nehmen Sie sich jeden Tag einen Menschen vor, dem Sie Ihre Dankbarkeit ausdrücken. Egal, ob eine Freundin oder ein Freund aus Kindertagen, ein*e Nachbar*in oder flüchtige Bekannte. Es zahlt sich aus. Und wenn Sie sich das für sich selbst wünschen, dann wissen Sie, dass dies ein guter Weg ist. Fangen Sie damit an.

Text: Maria Embacher | Foto: istockphoto.com

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