Augenoptikerin

Eva S. hat nach den Schnuppertagen in ihrem Ausbildungsbetrieb gewusst: das ist mein Beruf. Die Kombination aus handwerklichen Tätigkeiten und Menschen Gutes tun macht ihr große Freude. Dementsprechend hat sie auch die FiT-Ausbildung erfolgreich abgeschlossen.

Alter bei Ausbildungsabschluss 30 Jahre
Region Flachgau
FiT Ausbildung LAP Augenoptikerin
Ausbildungsstätte/Firma Wutscher Optik KG
Aktuelle Position/Tätigkeit Augenoptikerin

Warum hast du dich für diese Ausbildung entschieden?

Als ich noch jünger war, dachte ich immer, dass man als Augenoptikerin bessere Chancen hat, wenn man selber eine Brille trägt. Natürlich ist das nicht der Fall. In der FiT-Basisqualifizierung habe ich dann die Gelegenheit genützt und ein paar Tage geschnuppert. Sympathie und Interesse waren sofort beiderseits vorhanden und ich konnte meine Ausbildung bei der Firma beginnen.

Mir ist eine abwechslungsreiche Tätigkeit wichtig. Ich hatte von der Gastronomie her schon viel Erfahrung im Kundenkontakt und mag das sehr. Es freut mich, wenn ich Leuten Gutes tun kann, indem ich ihnen helfe, schärfer zu sehen und ihr Erscheinungsbild zu verbessern. Außerdem ist es auch handwerklich interessant.

Was machst du in der Arbeit genau?

Ich mache kleine handwerkliche Dinge, repariere verbogene oder kaputte Brillenfassungen, richte die Brille passend für das Gesicht aus und schleife Gläser. In der Beratung geht es darum, das Richtige für den Kunden oder die Kundin zu finden, sie aber sie selbst sein zu lassen. Es muss zum Stil bzw. zum Typ der Person passen. Es geht um fachliches Wissen, welches Glas für welchen Zweck und Anspruch geeignet ist. Und der Preis muss für den Kunden natürlich ebenfalls passen. Wir haben in unserer Filiale auch Schmuck dabei, das ist für mich eine interessante Ergänzung in Hinblick auf Beratung und kleine Reparaturen.

Wichtig ist für diesen Beruf: man braucht gewisses handwerkliches Geschick, muss gut mit kleinen Teilen umgehen können. Man muss das Material kennen und richtig behandeln (z. B. nicht zu stark biegen, nicht zu heiß machen). Geduld und Einfühlsamkeit sind auch wichtig.

Was waren die Reaktionen deines Umfeldes auf diesen Ausbildungsweg?

Begeisterung und große Unterstützung. Sie haben mir zugehört und bei Schwierigkeiten gut zugeredet, mich bei Tiefpunkten aufgebaut und meine Familie hat mich auch finanziell unterstützt.

Was hat dir diese Ausbildung gebracht?

Sehr viel, ich bin in mir selbst gewachsen und habe mehr innere Ruhe gefunden. Auch eine gewisse Selbstständigkeit, weil man in dem Beruf ja auch Verantwortung hat. Außerdem hat die Ausbildung mehr Regelmäßigkeit in mein Leben gebracht, ich habe meine Linie gefunden, in der Gastronomie mit den Saisonjobs war es ja eher chaotisch gewesen. Außerdem habe ich geregelte Arbeitszeiten, nette Kollegen und ein gutes Klima in der Firma.

Was war für dich die größte Herausforderung?

Eines war die Mathematik: mein Volksschullehrer hatte mir prophezeit, dass ich das nie können werde. Jetzt hat mir der Berufsschullehrer geholfen, den Knoten zu lösen und ich habe in dem Fach mit Sehr gut abgeschlossen.

 Und überhaupt hatte ich Angst vor der Berufsschule, wusste nicht, wie ich wieder ins Lernen hineinkommen sollte. Mein Gehirn kam mir wie eingeschlafen vor. Außerdem hatte ich Bedenken, als nicht mehr ganz so Junge ausgegrenzt zu werden. Aber es ging dann doch recht gut.

Wer bzw. was hat dir geholfen, dein Ziel zu erreichen?

Das AMS hat mir die Chance gegeben. Die Gesellschaft für Aus- und Weiterbildung hat mir geholfen, dass der Einstieg ins FiT-Programm noch ganz kurzfristig möglich wurde. Am BFI hatten wir in der Basisqualifizierung viel Spaß und es tat gut, aus dem Alltagsschema auszubrechen und in etwas Neues hineinzukommen. Und bei Frau & Arbeit hatte ich während der gesamten Ausbildungszeit Rückhalt und eine Anlaufstelle.

Was war dein größtes Erfolgserlebnis?

Es gab mehrere Highlights. Der Erfolg ist bei dieser Tätigkeit sichtbar und konkret. Ich weiß noch gut, wie ich mich freute, als ich das erste Mal nach dem Schleifen das Glas richtig in die Fassung hineinbrachte und es passte. In der Berufsschule habe ich eine gute Freundin gefunden, mit der ich auch weiterhin in Kontakt bin. Und überhaupt, neue Leute kennen zu lernen, die auch einen neuen Weg gehen, das war ein Motivationsschub und eine Ermutigung für mich.

Die Lehrabschlussprüfung geschafft zu haben war eigenartig. Im ersten Moment hatte ich gar kein Gefühl. Aber als ich dann das Prüfungszeugnis in der Hand hielt, war es sehr schön. Und jetzt bin ich weiterhin bei der Firma angestellt, fühle mich schon sicherer und kann vieles, lerne aber noch ständig Neues dazu.

Was möchtest du anderen FiT-Teilnehmerinnen mit auf den Weg geben?

Tu es: Sich neu orientieren, was anschauen oder ausprobieren, was man sich früher nicht traute, das ist eine tolle Erfahrung. Nutze die Chance für eine neue Richtung. Die Ausbildungsphase ist fordernd und finanziell eng, aber vom Zeitrahmen her überschaubar.

Es war das Beste, was ich machen konnte, mich einfach zu trauen und ins kalte Wasser zu springen.

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