Meine Pension.

Viel Arbeit für wenig Geld?

Ein Cartoon bringt es auf den Punkt: eine Frau erzählt, dass sie ihre Kinder großgezogen, die Enkelkinder versorgt, sich ehrenamtlich engagiert und die alten Eltern gepflegt hat. Die Antwort, die darauf folgt: Sie haben also nie gearbeitet.

Vielen Frauen geht es ähnlich: sie unterbrechen ihr Berufsleben wegen der Kindererziehung, stecken zurück, damit der Mann seine Karriere verfolgen kann, pflegen Schwiegereltern und eigene Eltern, arbeiten Teilzeit im Verhältnis 47,3% (Frauen) zu 10,7% (Männer)  ̶  mit dem Ergebnis, dass die Pension nicht zum Leben reicht. Besonders bitter ist auch der Unterschied der Pensionshöhe von Männern und Frauen: Frauen bekommen in Österreich monatlich brutto durchschnittlich 1.064 Euro, Männer hingegen 1.726 Euro brutto Alterspension. 7.029 Männer, aber nur 923 Frauen verfügen über eine Pension von mehr als 3.000 Euro monatlich. Und das Pensionsantrittsalter der Frauen wird laufend angehoben. Also noch mehr arbeiten, aber nicht mehr verdienen.

Männer sind deshalb ungleich weniger von Altersarmut betroffen als Frauen. Das liegt auch daran, dass sie weniger unerbrochene Erwerbsbiografien haben und der Großteil der unbezahlten Arbeit nach wie vor bei den Frauen liegt, nämlich im Verhältnis 2/3 zu 1/3. Selbst die Ehe als Versorgungsmodell funktioniert nicht mehr so wie früher. Sich darauf zu verlassen, dass der Ehemann im Alter als Finanzier zur Seite steht, ist in Zeiten stark steigender Scheidungsraten nicht empfehlenswert. Laut Statistik erfolgte fast die Hälfte aller Scheidungen in den ersten 10 Ehejahren (47,4%), weitere 38,9% nach 10 bis 25 Jahren Ehedauer. Zu einem Zeitpunkt also, zu dem ein beruflicher Wiedereinstieg bzw. eine Neuorientierung schwierig wird.

Was also tun, damit Altersarmut kein Thema wird?

Wenig Unterbrechungszeiten im Beruf, eine private Vorsorge bereits in jungen Jahren und möglichst durchgehend Vollzeit arbeiten sind Maßnahmen, die für eine ausreichende Alterspension empfohlen werden. Vielfach ist eine Zusatzpension finanziell nicht erschwinglich. Daher empfehlen wir speziell Frauen, bereits vor der Heirat oder Verpartnerung eine klare Vereinbarung zu treffen und sich nicht auf das Versorgungsmodell Ehe oder Partnerschaft zu verlassen  ̶  und wenn doch, zumindest eine ausreichende Privatvorsorge von dem/der Ehepartner/in einzufordern.

Nachdem Demografieforscher voraussagen, dass 70 das neue 30 ist und das Pensionsantrittsalter in (weiter) Zukunft bei 83 Jahren liegen wird (derstandard.at, James Vaupel, 12.10.2014), sollten auf jeden Fall entsprechende Vorkehrungen getroffen werden. Und zwar am besten schon frühzeitig: denn private Vorsorgen sind finanziell günstiger, wenn Frau noch jung ist. Eine gesicherte Pension können am ehesten jene erwarten, die überwiegend erwerbstätig waren, am besten Vollzeit, und kaum Unterbrechungszeiten hatten. Die staatliche Pension ist übrigens immer noch die sicherste, sind sich Expertinnen und Experten der PVA einig.

Meine Pension: Vortrag mit Diskussion.
Montag, 4. Oktober 2021, 17-20 Uhr
Frau & Arbeit, Sterneckstraße 31

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