Orthopädieschuhmacherin

Christine R. war viele Jahre lang Hüttenwirtin. Als ihr Sohn größer wurde, musste sie die Arbeit in der Gastronomie aufgeben und machte sich auf die Suche nach einer Berufsausbildung. Schließlich hat sie sich im Rahmen von FiT für eine Lehre zur Orthopädieschuhmacherin entschieden.

Alter bei Ausbildungsabschluss 46 Jahre
Region Flachgau
FiT Ausbildung Lehre Orthopädieschuhmacherin
Ausbildungsstätte/Firma Höck Schuh Ges.m.b.H. Orthopädiestudio
Aktuelle Position/Tätigkeit Orthopädieschuhmacherin im Ausbildungsbetrieb

Warum hast du dich für diese Ausbildung entschieden?

Als mein Sohn klein war, war ich Hüttenwirtin und es war perfekt, da ich ihn mitnehmen konnte. Danach kam die Zeit, dass ein geregelter Alltag besser für die Familie war. Ich musste die Arbeit in der Gastronomie aufgeben, um meine Freizeit besser planen zu können.

Da ich keine Ausbildung hatte, wurde mir vom AMS 2016 die Liste der FiT Berufe ausgehändigt. Ich stellte sehr bald fest, dass es kein technischer Beruf sein kann, aber durchaus ein handwerklicher.
Bei den unterschiedlichen Berufsorientierungstests am bfi stellte sich dann bald heraus, dass die Berufswahl zur Orthopädieschuhmacherin die richtige war.

Was ist das Besondere an diesem Beruf?

Es ist die Vielschichtigkeit und die Abwechslung. Meine Aufgaben reichen von Einlagenbau über Zurichtungen am Schuh bis hin zur Kundenbetreuung. Ich brauche handwerkliches Geschick und auch das Einfühlungsvermögen und Verantwortungsbewusstsein für die Kund/innen.

Was waren die Reaktionen deines Umfeldes auf diesen Ausbildungsweg?

Durchaus sehr positiv. Manche meiner Bekannten und Freunde sahen die Chance, die ich bekam, und hatten Bewunderung für mich, dass ich nochmal den Mut hatte durchzustarten. Man bricht aus der gewohnten Sicherheit aus, das trauen sich auch nicht alle zu. Meine Familie hat mich bedingungslos unterstützt.

Was hat dir diese Ausbildung gebracht?

Ich bin sehr stolz darauf, dass ich die gesamte Lehrzeit und vor allem die Schule immer mit ausgezeichnetem Erfolg abgeschlossen habe. Die Arbeit macht mir wirklich Freude, und ich bin mir sicher, dass ich die richtige Wahl bei der Lehre getroffen habe.

Nach der LAP bekam ich eine Gehaltserhöhung und werde jetzt über Kollektivvertrag bezahlt.

Was war besonders schwierig?

Für mich ist es sehr schwer, in der Schule Referate zu halten. Ich spreche nicht gerne vor Publikum, obwohl ich schon ganze Gruppen alleine, gerade in der Zeit als Hüttenwirtin, unterhalten habe. Aber wenn ich etwas vortragen und Informationen weitergeben soll, werde ich richtig sprachlos. Das Ausarbeiten von Referaten machte mir jedoch immer sehr viel Spaß, einfach weil ich sehr vieles über verschiedene Sparten lernen konnte.

Auch bei der mündlichen, kommissionellen Prüfung der LAP war das freie Sprechen die größte Herausforderung.

Wer bzw. was hat dir geholfen, dein Ziel zu erreichen?

Meine beiden Männer haben mich total im Haushalt unterstützt und mein Mann hat auch immer wieder für uns alle gekocht. Was mir auch sehr geholfen hat, war meine eiserne Disziplin.

Was war dein größtes Erfolgserlebnis?

Ich kann gar nichts im Detail benennen, da ich nach der LAP einfach nur müde war. Natürlich bin ich stolz auf mich, dass ich alles so durchgezogen habe. Mein Erfolg waren die gesamten 3,5 Jahre.

Was möchtest du anderen FiT-Teilnehmerinnen mit auf den Weg geben?

Ich habe die Schule mit ausgezeichnetem Erfolg bestanden. Ich habe viel gelernt, habe mir teilweise während der Schulzeit verboten zu fernsehen und in dieser Zeit habe ich wieder gelernt. Ich dachte mir immer, jetzt muss ich durchbeißen und dann kann ich mein Leben wieder so strukturieren, wie es für mich passt. Mein Erfolg gab mir Recht, ich habe die ganze Berufsschulzeit mit ausgezeichnetem Erfolg bestanden.

Was ist dir sonst noch wichtig zu sagen?

Ich bin dem AMS sehr dankbar, dass sie mir die Chance gegeben und die Ausbildung ermöglicht haben.

Foto: H.B. pixabay

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