Bautechnische Zeichnerin

Das zweitgrößte Erfolgserlebnis für Anja M. war die Zusage ihres jetzigen Arbeitgebers, der Salzburg AG.

Name Anja M.                                                     
Alter bei Ausbildungsabschluss 27 Jahre
Wohnt im Flachgau
FiT Ausbildung LAP Bautechnische Zeichnerin über FiT-AQUA/Laturo
Ausbildungsstätte/Firma Skolaut Naturraum in Mondsee
Aktuelle Position/Tätigkeit Bautechnische und Technische Zeichnerin bei Salzburger Lokalbahn/Salzburg AG

Warum hast du dich für diese Ausbildung entschieden?

Ich hatte eine abgeschlossene Lehre als Einzelhandelskauffrau, aber der Beruf hat mich nicht ausgefüllt und mit einem kleinen Kind war es von den Arbeitszeiten her dann ohnehin schwierig. Also habe ich mich informiert und bin auf das FiT-Programm gestoßen. Ich wollte KFZ-Technikerin oder Bautechnische Zeichnerin werden. Die Tests in der Basisqualifizierung und das Praktikum haben mich darin bestärkt. Mein Praktikumsbetrieb hatte aber nichts frei und so bin ich letztlich in Mondsee fündig geworden.

Was machst du in deiner Arbeit genau?

Als Bautechnische Zeichnerin machst du Skizzen und Detailpläne für Bauten und Bauteile. In meinem Ausbildungsbetrieb waren das z.B. Bauten  für den Hochwasser- oder Lawinenschutz. Du musst dich auch mit rechtlichen und formalen Vorschriften befassen. Jetzt bei der Salzburger Lokalbahn überarbeite ich gerade Bestandspläne, d.h. ich zeichne z.B. Bahnübergänge ein, Verkehrszeichen, Lichtanlagen oder ich stelle den Plan für Sicherungs- und Absturzgitter her.

Was waren die Reaktionen deines Umfeldes auf diesen Ausbildungsweg?

Die haben sich alle gefreut und mich bestärkt. Meine Mama wollte sogar, dass ich Matura mache. Sie haben es mir alle zugetraut, dass ich noch eine Ausbildung schaffe.

Das war ja als alleinerziehende Mutter eines kleinen Kindes nicht so leicht, oder?

Ja, aber mein Kind war für mich auch eine Motivation, ich will ihm ja auch mal was bieten und Vorbild sein. Ich habe viel Geld in Kinderbetreuung durch Kindergarten und Tagesmutter investiert und hatte zum Glück meine Mama als zusätzliche Unterstützerin. Auch beim Finden eines Betreuungsplatzes war ich hartnäckig, weil man mir zuerst keinen Ganztagsplatz geben wollte.

Was hat dir diese Ausbildung gebracht?

Mehr Reife im Leben. Das Selbstvertrauen, dass ich etwas erreichen kann. Sicherheit für mich im Hinblick auf die beruflichen Möglichkeiten in Zukunft und dass ich meinem Sohn etwas ermöglichen kann.

Was war für dich die größte Herausforderung?

Die Suche nach einem Ausbildungsplatz und dann nach der LAP wieder die Stellensuche. Ich bin beide Male in einen Zeitraum reingefallen, wo die Suche schon abgeschlossen war bzw. keine Saison für Personalsuche (im Baugewerbe vor dem Winter). Es werden grundsätzlich für diesen Beruf nicht so viele Stellen ausgeschrieben. Oft hätten die Firmen lieber wen mit HTL gehabt, man muss also als Person überzeugen.

Wer bzw. was hat dir geholfen, dein Ziel zu erreichen?

Die Unterstützung durch die Familie, v.a. meine Mutter und meinen Bruder. In der Berufsschule hatte ich eine Mitschülerin, die mir immer weiterhalf, wenn ich was brauchte. Sie ist eine gute Freundin geworden und wir haben noch immer Kontakt. FiT war für mich eine Riesenchance, meine damals zuständige AMS-Beraterin hat mir das ermöglicht.

Was war dein größtes Erfolgserlebnis?

Die LAP: ich habe gezittert, ob ich das schaffe. Man musste viel mehr wissen als bei meiner ersten Lehre, rechtliche Sachen, Ö-Norm, usw.  Ich habe gebüffelt bis zum Umfallen. Die Prüfung dauerte zwei Tage, zunächst Computerzeichnen und Handzeichnen und am nächsten Tag noch das Fachgespräch mit einer Kommission von Praktikern (Architekt, Baumeister und ein Fachexperte). Es war ein tolles Gefühl, es geschafft zu haben.

Das zweite große Erfolgserlebnis war die Zusage von der Salzburg AG für meinen jetzigen Job. Eine Übernahme durch den Ausbildungsbetrieb war nicht möglich, die Situation schwierig. Schließlich habe ich auf Facebook eine Aufruf auf eine Salzburger Jobseite gestellt: Bautechnische Zeichnerin sucht Vollzeitstelle. Daraufhin hat sich u.a. mein jetziger Teamleiter gemeldet. Und wir haben vereinbart, dass ich mich jetzt ein Jahr fachlich weiterentwickle. Das ist eine große Chance für mich in einem TOP-Betrieb mit gutem Arbeitsklima, Schulungen und Aufstiegsmöglichkeiten. Außerdem guten Bedingungen für die Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Und die Bezahlung passt auch.  

Was möchtest du anderen FiT- Teilnehmerinnen mit auf den Weg geben?

Man kann alles schaffen, wenn man will. Man muss sich nur trauen und es wirklich tun. Ein Kind ist kein Grund, es nicht zu machen, sondern kann auch Motivation sein. Ich habe viel in die Ausbildung investiert – auch Geld für die Kinderbetreuung – aber ich kriege auch viel wieder retour: verdiene jetzt gut, habe flexible Arbeitszeiten, mehr Freizeit mit meinem Sohn, weil ich es in einem gewissen Rahmen so legen kann, wie ich es brauche.

Was ist dir sonst noch wichtig zu sagen?

Danke allen, die mich unterstützt haben. Und ich will sicher noch weiterlernen. Zunächst kommt die Ausbildung zur Baustellenkoordinatorin. Aber auch die neue Lehre zur Bautechnischen Assistentin würde mich interessieren, da würde mir vieles angerechnet und das Thema Ausschreibungen wäre schon interessant. Ich will weiterkommen und bin bereit, etwas dafür zu tun.

Foto: Salzburg AG_Marco Riebler

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